FAQ zur Showhypnose

Ein Interview das nun schon ein viele Jahre alt ist und trotzdem noch aktuell, da immer wieder die gleichen Fragen kommen.

Faszination Showhypnose, von vielen bewundert, von vielen als Hokuspokus abgestempelt, einige Hypnosetherapeuten distanzieren sich sogar von ihr (oft mangels Hintergrundswissen), ist sie in Wirklichkeit der Beweis für die unglaublichen Kräfte unseres Unterbewusstseins. Es ist Zeit, einmal mit Vorurteilen und abenteuerlichen Erklärungsversuchen aufzuräumen.


Worum geht es bei der Showhypnose?

Bei der Showhypnose handelt es sich um Entertainment. Ein Publikum soll unterhalten werden und die Teilnehmer sollen viel Spaß haben und über die Kraft der eigenen Gedanken staunen. Darüber hinaus können Publikum und Teilnehmer die Wirksamkeit der Hypnose erleben.


Schadet die Showhypnose der Hypnosetherapie?

Eine seriöse Hypnoseshow ist sogar ein Gewinn für die Hypnosetherapie, denn während der Hypnoseshow werden Bedenken, wie „funktioniert Hypnose überhaupt?“ komplett ausgeräumt. Sehr oft bekomme ich nach einer Show zu hören: „Ich hätte nicht geglaubt, dass das funktioniert. Jetzt, nachdem ich das gesehen/erlebt habe, kann ich mir gut vorstellen, wie einfach es ist, durch Hypnose Nichtraucher zu werden oder abzunehmen.“ Da ich nach Hypnoseshows viele Anfragen für Coaching oder Therapie bekomme, hat sich eine Zusammenarbeit mit befreundeten Hypnosetherapeuten bereits bewährt. Hier sehe ich in Deutschland noch erhebliches Potential: mehr Miteinander statt Gegeneinander, Zusammenarbeit von Hypnosetherapeut und Showhypnotiseur.


Machen sich da die Teilnehmer nicht zum Affen?

Nicht der Hypnotiseur, sondern die freiwilligen Teilnehmer sind die wichtigsten Personen einer Hypnoseshow und ohne Teilnehmer gibt es keine Show. Durch die Teilnahme an einer Hypnoseshow erbringen mir die Hypnotisanten einen großen Vertrauensbeweis. Es versteht sich von selbst, dass ich dieses Vertrauen nicht missbrauche. Mir ist wichtig, dass sich die Teilnehmer jederzeit wohlfühlen und es ihnen hinterher sogar besser geht als vorher. Natürlich wird es lustig und es soll auch gelacht werden. Das bedeutet zusammen mit den Teilnehmern lachen und zusammen Spaß haben, aber niemanden auslachen – lustig aber nicht peinlich. Die Teilnehmer erfahren auch vorher, dass lustige Sachen gemacht werden. Was tatsächlich als peinlich empfunden wird, ist natürlich sehr individuell und nicht nur von der hypnotisierten Person, sondern auch vom Anlass der Veranstaltung abhängig. Es erfordert daher Fingerspitzengefühl vom Hypnotiseur. Ich persönlich empfinde gewisse Spielchen auf Hochzeiten und Junggesellenabschieden als sehr peinlich, vor allem da hier im Gegensatz zu einer Hypnoseshow die Freiwilligkeit fehlt. Auf einem gehobenen Event mit Prominenten und auf Betriebsfeiern zeige ich andere Suggestionen als in einer Diskothek oder in einem Partyclub auf Ibiza.

Dann kommt es auch darauf an, wie eine Suggestion präsentiert wird. Sehr verbreitet ist z.B. das Nacktsehen. Ich habe leider schon Hypnoseshows gesehen, bei denen den Teilnehmern die Suggestion gegeben wurde: „Du bist nackt“. Für mich ein absolutes No-go, denn was ist unangenehmer, als auf einmal nackt vor einem großen Publikum zu stehen? Bei meiner Show suggeriere ich den Teilnehmern, dass sie der Meinung sind, ich sei nackt. Sie sehen also einen nackten Hypnotiseur und haben ihren Spaß, wenn sie über mich lachen. Das ist doch viel angenehmer für die Teilnehmer, oder?

Für unangemessen halte ich es z.B. auch, die Probanden rohe Zwiebeln essen zu lassen, die in der Hypnose nach leckeren Pfirsichen schmecken. Auch wenn diese Geschmacksillusion interessant ist, ein bitterer Nachgeschmack bleibt, vor allem wenn am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch oder ein Date ansteht. Natürlich ist es etwas anderes wenn es abgesprochen wurde und so der Teilnehmer nicht zu schlechtem Atem überrumpelt wurde.


Sind die Darbietungen in einer Showhypnose gefährlich?

Darbietungen, die peinlich, gesundheitsgefährdend bzw. psychisch oder physisch gefährlich sein können, haben nichts in einer Hypnoseshow zu suchen. Auf Rückführungen in die Kindheit, bei denen die Teilnehmer der Meinung sind, sie seien kleine Babys und sich auch so verhalten, während sie Babybrei essen, verzichte ich genauso wie auf die kataleptische Brücke. Beides halte ich im Rahmen einer Hypnoseshow für gefährlich. Die Regression könnte in seltenen Fällen direkt zu einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit führen. Bei der Brücke wird eine Körperstarre suggeriert und die Füße liegen auf einem Stuhl, der Kopf auf dem anderen Stuhl und der stocksteife Körper bildet die Brücke. Hier kann eine Verletzungsgefahr bestehen. Die genannten Suggestionen können in wenigen Einzelfällen gefährlich sein, müssen aber nicht. Um erst gar kein Risiko einzugehen verzichte ich vorsorglich auf dies Suggestionen. Bei meiner Hypnoseshow wird die Trance stets ausführlich und vollständig aufgelöst. Das ist sehr wichtig.


Wird die Hypnose in einer Show nicht als etwas mit Macht, Willenlosigkeit und Mystik dargestellt?

Leider gibt es tatsächlich Showhypnotiseure, die genau auf diese Elemente bauen, die von sich behaupten, mystische Fähigkeiten zu haben, und die Macht dazu haben, alle Menschen zu willenlosen Robotern zu machen. Wer schon einmal meine Hypnoseshow gesehen hat, wird diese Elemente vermissen. Es fängt schon mal damit an, dass ich ganz bewusst auf einen mystisch klingenden Künstlernamen verzichte. Auch wenn viele glauben, Alexander Seel sei ein Künstlername, er ist aber mein richtiger Name!

Im Pretalk erkläre ich dem Publikum, dass Hypnose nichts mit Magie, Mystik und Macht zu tun hat, sondern ein ganz natürlicher Zustand ist, den jeder mehrmals täglich erlebt. Ich führe die Teilnehmer in den Zustand der Hypnose, wenn diese ernsthaft bereit sind, die Hypnose zu erleben und sich von mir führen zu lassen. Wenn jemand nicht hypnotisiert werden will, dann kann und will ich es auch nicht, denn ein Machtspiel ist nicht der Sinn einer Hypnoseshow. Jeder kann sich dagegen sperren und mir auf der Bühne beweisen, dass ich ihn nicht hypnotisieren kann. Das macht jedoch überhaupt keinen Sinn. Ist es nicht viel faszinierender, sich darauf einzulassen und über die Kraft der eigenen Gedanken zu staunen?

Daher ist in meinen Augen die Hypnose eine Kooperation zwischen dem Hypnotiseur, der dem Teilnehmer der Hypnoseshow Anweisungen gibt, und dem Hypnotisanten, der bereit ist, den Anweisungen des Hypnotiseurs zu folgen. (Einige Hypnotiseure werden bei diesen Aussagen sicher erkennen, dass mir Dave Elman auch im Bereich der Showhypnose ein Vorbild ist. Sein Sohn war einer meiner Ausbilder). Diese Anweisungen führen den Hypnotisanten in eine tiefe Trance. Sie können das gerne mit Auto fahren vergleichen. Der Hypnotiseur ist das Navigationsgerät und schlägt dem Fahrer mit sehr direkten Worten eine Route vor. Der Fahrer hat die Wahl, der Route zu folgen und so sein Ziel zu erreichen, in diesem Fall den Zustand tiefer Hypnose zu erreichen, oder er kann einfach irgendwo anders hinfahren und erreicht den Zustand der Hypnose nicht. Diesen Anweisungen zu folgen, werte ich als einen großen Vertrauensbeweis, daher verspreche ich den Teilnehmern, dieses Vertrauen nicht zu missbrauchen, was im somnambulen Zustand der Hypnose ohne Weiteres möglich wäre. In diesem Zustand tiefster Hypnose ist es tatsächlich möglich, dass einige Menschen Dinge tun, die sie sonst nicht tun würden.

Trotzdem hat eine Hypnoseshow überhaupt nichts mit Suggestionen gegen den eigenen Willen zu tun. Viele glauben das, da es z.B. nicht der eigene Wille sein kann, den eigenen Namen zu vergessen. Die Teilnehmer haben sich freiwillig gemeldet und wollen von mir einen Hypnosebeweis. Daher hat es nichts mit Willenlosigkeit zu tun, wenn jemand bei einer Hypnoseshow den eigenen Namen vergisst. Sondern es ist der gewünschte Hypnosebeweis, der dem Teilnehmer hinterher das glückliche Grinsen ins Gesicht zaubert und dafür sorgt, dass er noch jahrelang Gesprächsstoff durch dieses faszinierende Erlebnis hat.

Showhypnose und auch die verwendeten Techniken der Blitzhypnose haben also nichts mit Mystik, Macht und Fähigkeiten zu tun, dafür viel mehr mit Vertrauen und Rapport, wodurch das Erreichen tiefer Hypnosestadien möglich wird.

Hier noch etwas zum Nachdenken bezüglich Willenlosigkeit: Ich finde es wird viel zu viel Energie dazu verwendet den Klienten/Patienten zu erklären das Hypnose auf gar keinen Fall willenlos mache. Nehmen wir mal an Hypnose würde immer willenlos machen. Na und? Wo ist das Problem? Wenn Ihr Patient/Klient Vertrauen zu Ihnen hat ist es kein Problem. Liebe Hypnotiseure bitte bedenken Sie, Sie projezieren Ihre eigenen Bedenken/Glaubenssätze auf Ihre Klienten. Ich kenne Hypnotiseure die das Problem gar nicht kennen, dass Klienten Angst vor Hypnose wg. Showhypnose haben. Andere "jammern" diesbezüglich auf Ihrer Homepage und auf Facebook. Was passiert wohl wenn ein Klient so was liest? Was passiert wohl wenn ein Hypnotiseur das Selbstbewusstsein und Fachwissen hat zu erklären, dass die Hypnoseshows tatsächlich echt sind? Ist das nicht auch ein guter Convincer der im positiven Sinne den Therapieerfolg stärken kann, insofern richtig damit umgegangen wird?


Was für Phänomene zeigen Sie bei einer Hypnoseshow?

Die Teilnehmer können nicht aufstehen, weil sie am Boden oder Stuhl festkleben, vergessen eine Zahl oder den eigenen Namen, erkennen ihr Idol im Publikum, sehen den Hypnotiseur nackt, werden durch einen Schluck Wasser betrunken (mit Einverständnis) und auf Ibiza wurde Alexanders legendäre Hypnose-Polonaise und während der Fußball WM die VuvuSeelA Suggestion (Suggestion mit Vuvuzelas) geboren. Je nach Anlass der Veranstaltung kreiere ich dann Suggestionen, die individuell zu dieser Veranstaltung passen.


Jetzt mal ehrlich, ist das alles echt, keine Tricks?

Erstaunlicherweise glauben sogar viele Hypnotiseure, dass es sich um Tricks oder Absprachen handelt. Andere versuchen, das Phänomen „Hypnoseshow“ über den Gruppendruck zu erklären und sind der Meinung, die Teilnehmer tun nur so als ob, damit sie sich nicht blamieren. Das Geheimnis des Showhypnotiseurs ist der Rapport und dadurch eine sehr tiefe Trance. Sehr wichtig ist es, eine Erwartungshaltung aufzubauen. Je überzeugter die Teilnehmer von der Hypnose-Kompetenz des Hypnotiseurs sind, umso schneller gehen sie in Trance. Die Zauberwörter sind „Vertrauen“, „Rapport“ und nochmals „Rapport“, das kann ich gar nicht oft genug wiederholen. Das A und O ist der Pretalk. Ist dieser gut gelungen, sind viele Teilnehmer bereits beim Betreten der Bühne in Trance. Für eine Hypnoseshow ist der somnambule Zustand Voraussetzung. Während der Show teste ich dann ständig die Trancetiefe und im Somnambulismus lassen sich diese eindrucksvollen Phänomene abrufen.


Was zeichnet eine gute Hypnoseshow aus und wie wird man Showhypnotiseur?

Selbst wenn sich alle Probanden in einer tiefen Hypnose befinden und alle Suggestionen funktionieren, ist es noch lange keine gute Hypnoseshow, sondern erst mal eine Aneinanderreihung von Hypnosephänomenen. Wichtig ist nicht, welche Gags gezeigt werden, sondern die Art der Präsentation und dass der Hypnotiseur seine Persönlichkeit einbringt. Wenn dann mal eine Suggestion nicht funktioniert, kann es trotzdem eine sehr gute Show sein. Gerade die „misslungene“ Nummer zeigt ja dem Publikum, dass nichts abgesprochen ist.

Grundvoraussetzung für die Bühnenhypnose ist natürlich, mit einer hohen Erfolgsquote schnell hypnotisieren zu können. Dies wiederum hat überhaupt nichts mit einer besonderen Technik XY zu tun, sondern mit Wahrnehmung, Empathie und die Fähigkeit, schnell Rapport aufbauen zu können. Die Weiterbildung vom Hypnotiseur zum Showhypnotiseur erfolgt daher meiner Meinung nach in Seminaren, bei denen es um Persönlichkeitsentwicklung, Bühnenpräsenz, Körpersprache und -haltung und inneres Gleichgewicht geht. Hier denke ich z.B. an: Improvisationstheater, Modelschule, Tanzunterricht, Coaching durch einen Regisseur oder Choreographen, Charisma-Arbeit und NLP.

Alexander Seel
Heilpraktiker für Psychotherapie

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